Die Feusdorfer Kirmes wird traditionell am zweiten Sonntag im Juni gefeiert. Sie beginnt jedoch bereits am Freitag mit dem Heranholen und Aufstellen des Kirmesbaumes, der von der Dorfjugend mit bunten Girlanden und Eiern, die zu Pfingsten gesammelt wurden (siehe unten), geschmückt wird.
Nach der Abendmesse am Samstag geht es im Festzug mit Musikbegleitung zur Ausgrabung des legendären Kirmesknochens, womit die Kirmes offiziell als eröffnet gilt. Der Festzug bewegt sich zurück zum Bürgerhaus. Hier wird bei Tanz und Musik ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.
Am Montagnachmittag werden nochmals alle Kräfte mobilisiert, denn die traditionelle Häusertaufe steht an. Begleitet von Musikverein und großer Gefolgschaft tauft der Kirmespräsident (auch "Pastor" genannt) nach altem Brauch und Sitte alle neuerbauten bzw. erworbenen Häuser. Sofern die Bewohner nicht bereits Feusdorfer sind, ist hiermit gleichzeitig die offizielle Aufnahme in die Dorfgemeinschaft verbunden. Abschließend trifft man sich nochmals im Bürgerhaus bei Tanz und Musik, bevor gegen Mitternacht der Kirmesknochen in einer feierlichen Zeremonie wieder zu Grabe getragen wird.

Will ein auswärtiger junger Mann ein Mädchen des Dorfes freien, muss er sich in einer feierlichen Zeremonie die Gunst der Dorfjungen erkaufen, er wird "gestroppt". Ist die Gabe zufriedenstellend ausgefallen, wird ihm der gewünschte Jagdbezirk offiziell durch Ausstellung eines Jagdscheins zugeteilt.
Beim Polterabend soll neben dem Überbringen von vielen guten Wünschen für das Hochzeitspaar alles Böse vertrieben werden. Zu diesem Zweck wird durch das "Schleifen" von Sensen auf mit Eisen beschlagenen Wagenrädern ein riesiger Lärm veranstaltet. Anschließend wird dem Brautpaar noch ein Ständchen gesungen.
In der Hochzeitsnacht soll schließlich das junge Paar tunlichst von und durch niemanden gestört werden. Als sogenannte "Steipen" (Sperren) werden alle beweglichen Sachen und Gegenstände aus der Nachbarschaft zusammengetragen und vor dem Hauseingang fachgerecht aufgestellt.
Die Hintergründe für diesen Brauch sind nicht bekannt. Am Abend des Pfingstsonntages ziehen die Junggesellen mit dem Lied:
Hey komme mir jejange, die Eier zu empfange, is ja ho, grün ist der Wald
von Haus zu Haus. Die Ursache des Brauches könnte möglicherweise in der zweiten Strophe dieses Liedes zu suchen sein, wo es heißt:
On wenn ihr oos kejn Eier jet, dann wolle m´r och ür Mädcher net, is ja ho, grün ist der Wald
Nach getaner Arbeit und vielfach heiserer Stimme endet die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Eierverzehr in geselliger Runde.